Die Geschichte des Bluegrass Marathons (BM)
Mein
Artikel soll keine Encyklopedie des Festivals sein, aber er soll in wenigen
Sätzen die Geschichte des BM zusammenfassen. Für Liebhaber der Statistik haben
wir eine Übersicht der Mitwirkenden von allen Jahrgängen zusammengestellt,
ausser 1990 und 1992 (hilft uns hiermit vielleicht jemand?).
BM und
Borovany sind ein Fenomen unter den Festivals, mit nichtnachahmende Atmosphäre
kleiner Ortschaft, in der sich einmal im Jahr die Zahl der Einwohner
verzehnfacht. Die Mehrzahl der regelmässigen Besucher sind untereinander
bekannt, aber auch die Neuankömmlinge füllen sich auf Anhieb wie zu Hause.
Alles entwickelt sich. Das kleine Unternehmen wurde grösser, hat sich später
wieder verkleinert, ist aber auch umgezogen. Heute ist es dramaturgisch so
zusammengestellt, dass es jedes Jahr eine Abwechslung in den auftretenden
Kapellen bringt. Da sie auch genügend Raum für ihre Präsentation haben,
erreichen die Veranstalter hohe Zufriedenheit der Zuhörern.
Von der Geschichte des Festivals ist die Umgebung nicht wegzudenken. Bis 1993
habe sich in den Hütten von Borovany nur ein kleiner Kreis von Musikanten und
Fans getroffen, danach wurden die Besucher des Festivals immer zahlreicher. Für
immer weg sind aber die Zeiten, wo alles schon am Freitag nachmittag angefangen
hat. Jetzt hat sich das Hauptrogramm wegen dem erhöhtem Arbeitseinsatz der
Menschen auf Samstag verlagert.
1. Jahrgang 1980 –
„Der Anfang“
Im
Jahre 1980 haben sich Jaromír „Bob“ Zýka, Bohouš Chaloupek a Borin Braun
entschlossen, das Bluegrass-Festival zu organisieren. In der Zeit existierte nur
eine einzige Präsentation dieser Musikrichtung in Kopidlno. Mit Unterstützung
der Fans aus Borovany, haben sie am 6. 9. 1980 in dem Schloss in Bor, den 1.
Jahrgang eröffnet. Aufgetreten sind damals Vega, Petrus a Cop aus Plzeò, Zvonky,
Chomouti, Jan Žižka a Domino aus Praha, Bleší cirkus aus Ústí n. Labem und
Dlouháni aus Karlovy Vary.
1981-1989 – „Das
Wachstum“
Das
Festival war sehr erfolgreich und deswegen wurde es von den Veranstaltern ab 7.
Jahrgang von dem Schloss in die Turnhalle verlagert, wo es weitere vier Jahre
statt fand. Die Dramaturgie des Festivals wurde bereichert um die regionale
Spitzenguppen, wie zum Beispiel Prùdušky aus Teplice, Bobøi aus Budìjovice,
Bluesgrass Band (später umbenannt auf Modrotisk) aus Jablonec, Katalog aus Ústí
n. L., sowie Newyjou, Poutníci (später Blanket) und NotaBene aus Praha. Aus
Bratislava sind mehrmals Belasi, Zrnko und Fragment aufgetreten. Am meisten
haben sich aber Cop, Petrus (Plzeò) und Farmáøi (Liberec) beteiligt.
Die meiste Arbeit und die Absicherung des Festivals haben in den Jahren 1980 –
1984 Jaromír „Bob“ Zýka und 1985 – 1990 Jan „Hobble“ Frank geleistet. Der
offiziele Veranstalter war das städttische Kulturzentrum in Bor.
1990-1992 – „Die
Suche“
Nach der Änderung der
politischen Lage ist eine Zeit der künstlerische Unsicherheit enstanden. Es
wurde klar, dass man die bisherige Organisation des Festivals umwandeln muss. Im
Jahre 1990 lief das Festival im Schlossgarten in Bor und es schien, dass es
nicht mehr wiedergeholt wird. Anfang September 1991 trafen sich in Borovany nur
etliche Musiker (an der Spitze aus der Gruppe Cop und einem Teil der ChBQ). Sie
konnten sich das Sommerende ohne BM nicht vorstellen. Im Jahre 1992 kehrte das
Festival in den Kinosaal in Bor zurück und es war klar: das nächste Treffen wird
wieder „in der Hütte“.
1993-bisher –
„Neue Tradition“
Die Veranstalter
haben beschlossen, das auszunutzen, was das BM einzigartig macht. Das bedeutet
einen „Non stop Betrieb“, wo sich die Besucher mit den Künstlern verschmelzen.
Und genauso die sich bietende Alternative beim schlechtem Wetter, wo man von dem
Garten in die Räume des Kulturhauses ausweichen kann. An den Vorbereitungen des
Festivals beteiligt sich Václav „Cupitáè“ Král, in den letzten Jahren auch
Jaroslav „Fugas“ Uhlík. Nur im Jahr 2000 wurde eine Pause eingelegt.
Fast
alljährlich tratten auf: aus Plzeò Cop mit ChBQ, aus Praha Nová Sekce, Vabank
(Unit) und Monogram, BG Cvrkot aus Police n. Metují, Vìtráci aus Kopidlno und ab
1997 auch Harry Phill Band aus Karlovy Vary.
Zum Schluss gehört sich ein Dank an die Gründer des Festivals für eingebrachten Enthusiasmus, sowie für ihren Mut, da sie es am Anfang, in den achtzigern Jahren, nicht leicht hatten. Dank gehört auch den Bewohnern von Wochenend-Hütten in Borovany.
(Zusammengefast
nach den Unterlagen des „Cupitáè“, in Mai 2004, von Tomáš Hnìvsa.)
